Montag, 3. März 2008

Jerusalem / Bethlehem


Was waren das für zwei ereignisreiche Tage...

erster Tag:
Am Sonntag ging es früh mit dem Bus (18 NIS) von Tel Aviv nach Jerusalem. Am Busterminal musste ich erst mal den Bus 405 nach Jerusalem finden, gar nicht so einfach, bei einem 5-stöckigen Busbahnhof ( es gibt keine wirklich gute Zugverbindung nach Jerusalem). Im Busterminal kam ich mir dann vor, als wäre ich auf einem Truppensammelplatz - echt Wahnsinn, wie viele junge Soldaten sich nach dem Sabbat auf den Weg in ihre Kaserne machten. In Jerusalem angekommen bin ich erst mal in Richtung Old City gefahren. Wollte ja pünktlich auf den Tempelberg (Felsendom und Al-Aqsa Moschee), denn laut meinen Reiseführer sollte der Einlass von 07:30 bis 11:00 Uhr sein. Am Zugang zum Tempelberg musste ich dann erfahren, dass der Zugang für Touristen von 12:30 bis 13:30 ist.
Also hieß dies erst mal was anderes erkunden. So habe ich mich auf den Weg zur Via Dolorosa (Leidensweg Christi) gemacht - War dann gar net so leicht alle Stationen zu finden. Bin am Ende des Kreuzweges schließlich davon ausgegangen, dass es sich bei der Erlöserkirche um die große Grabeskirche (Curch of the Holy Sepulchre) handelt. Ich natürlich rein in die Kirche und befand mich anschließend mitten in einem deutschen Gottesdienst. Nachdem ich der Messe ein wenig gelauscht hatte, entschied ich mich, nun doch mal die Grabeskirche (letzte Station) zu suchen. Nachdem ich mir den Kreuzigungsort angeschaut hatte, ging ich zum Heiligen Grab. Nach ca. ne halbe Stunde anstehen, durfte ich auch ins Allerheiligste eintreten. Für mich als "römisch erzogenen" war es schon etwas besonderes an so einem wichtigen Ort gewesen zu sein.

Da am Tempelberg bereits der Einlass begonnen hatte, machte ich mich über das Jüdische Viertel auf den Weg dorthin. Am Zugang zum Tempelberg kam ich mit einem Deutschen ins Gespräch der mir dann netterweise den Tempelberg erklärte. Dieser konnte mir sogar ein Fenster auf der rechten Seite der Al Aqsa Moschee zeigen, durch welches man ein wenig in den Innerraum der Moschee blicken konnte. Ich wäre gerne ins Innere der Moschee gegangen, doch leider ist der Zugang, zur Moschee und auch zum Felsendom, den Nichtmoslimen untersagt. Nach einer ausgiebigen Fotosession machte ich mich gleich auf den Weg zum alten Busbahnhof am Damaskus Tor. Nachdem ich mich mit einer Falafel (7 NIS) gestärkt hatte, fand ich ein Sherut (Linie 25) nach Bethlehem. Für nur 6 NIS kam ich so direkt nach Bethlehem. Nachdem ich mich während der Fahrt mit einem jungen Palästinenser unterhalten (Wo ich her komme, warum ich nur kurz ins Westjordanland reise und natürlich über die Schikanen der israelischen Besatzer) hatte, erklärte er mir den kürzesten Weg zur Geburtskirche. So habe ich nach dem Sterbeort auch den Geburtsort (ja, falsche Reihenfolge) angeschaut. Auf dem gleichen Weg gings wieder zurück.
Es folgte ein weiterer Rundgang in der Alten Stadt - außergewöhnlich: alle Palästinenser hatten aus Protest (Gaza) ihre Geschäfte geschlossen - ( Tipp: Österreichisches Hospiz, super Blick vom Dach auf die Old City) durch die Altstadt mit einem Treffen mit Nina (Volontär in Jerusalem). Sie ermöglichte mir ein Foto vom Dach des St. Lois Hospital auf das Christliche Viertel. - Danke auch für die leckere Pizza -

zweiter Tag:
Heut gings mit Arno nach Yad Vashem. Sehr beeindruckende Ausstellung über den Holocaust - dies lässt niemanden unberührt. Anschließend sind wir ins Israel Museum (Taxi 30 NIS) und haben dort die Schriftrollen von Qumran
angesehen. Nachdem Arno zurück nach Tel musste, habe ich mich noch einmal mit Nina getroffen. Mit ihrer Mitbewohnerin Marie machten wir einen weiteren Rundgang durch die Altstadt (Tipp: Zugang auf die Dächer im Jüdischen Viertel) und landeten schließlich in Mea Shearim. Dies ist ein altes Stadtviertel außerhalb der Altstadt in der besonders orthodoxe Juden leben - auf züchtige Kleidung achten. Nach einem kurzen Ausflug auf den Suk gings dann auch schon wieder zurück.

Mir tun so die Beine weh, aber dafür sind mir meine Sünden vergeben ("Pilgerreise" nach Jerusalem).

Fazit Jerusalem / Bethlehem:

Pflichtprogramm / alles sehr beeindruckend mit einem besonderen Flair / keinerlei Probleme bzw. Schwierigkeiten im Palästinensergebiet

1 Kommentar:

Carmen hat gesagt…

Mit einem guten Reiseführer (Buch) und der Unterstützung hilfreicher Passanten (Einheimischen) ist das Finden der richtigen Busse und der "Sehenswürdigkeiten" überhaupt kein Problem. Ich war dieses Jahr 2x3 Wochen alleine in Israel und habe nur positive Erfahrungen gemacht und kann Jeden nur dazu ermuntern, es auch zu tun. Das Land ist einfach genial und nicht nur 1 Reise wert - ich werde im Frühjahr 2009 meine 8.Reise dorthin machen :-)